Weihnachten - Gott reißt sich ein Stück aus dem Herzen. Klar, mit diesen Worten steht es nicht in der Heiligen Schrift, aber so stelle ich es mir vor. Der Vater im Himmel hatte ja nicht mehrere Söhne zur Auswahl, von denen er einen mal abgeben konnte.

Es war sicher ein schwerer Abschied, denn bei der Reise ging es um einen tödlichen Abstieg. Zwar besuchte Jesus Gottes irdische Schöpfung, aber was war aus dem paradiesischen Zustand geworden?! Heile Welt war da schon lange nicht mehr. Es gab Mord und Totschlag, Lug und Trug... Der Gegensatz zu dem Ort göttlicher Herrlich keit, an dem Jesus war, konnte größer nicht sein. Eigentlich war es ein Job, um den sich keiner reißen würde.


Aber Jesus nahm den Auftrag von seinem geliebten Vater an, weil es kein Job, sondern ein Erlösungsauftrag war. Gottes Sohn wurde Mensch. Und blieb doch dem Vater gleich.

Herunter gekommen, aber nicht heruntergekommen! Jesus Christus wurde König, Priester und Prophet, wie es in einem Lied heißt, und er wurde der Messias; Christus, der Gesalbte. Als heruntergekommen bezeichnen wir Menschen, die ihr Leben verwirkt und gute Chancen vertan haben, die vernachlässigt sind.
Gottes Sohn wurde vom Vater nicht vernachlässigt, sondern mit dem wichtigsten Auftrag der Weltgeschichte betraut: Versöhne die Menschen, bring sie zu mir zurück! Die Juden. Und auch die Heiden. Nazaret, Betlehem, Frohnhausen ...

Dazu musste Jesus herunter kommen. Knechtsgestalt annehmen, also Mensch werden wie wir. Damit er am eigenen Leib spürt, wie es uns geht? Oder damit wir begreifen, wie tief sich der Heilige ins Verdorbene herab lässt?

Eigentlich lief es anfangs ja auch ganz gut. Maria kümmerte sich um ihr Baby. Der Stall wird nicht unterkühlt gewesen sein. Jesus bekam zu essen und saubere Windeln. Josef passte auch auf den Kleinen auf und spielte mit ihm. So weit, so gut. Es war auch ohne Doppelzimmer mit Dusche/WC und Vollpension eine weihnachtliche Idylle. Friede auf Erden, ausgestrahlt von diesem himmlischen Kind. Und das alles ohne unsere Deko und weiße Weihnacht; es geht ja auch ohne. Ob sie gesungen haben? Also Maria und Josef? Von den Engeln wissen wir es ja. Auch sie waren herunter gekommen, um hier zu singen und die beste Botschaft für uns zu bringen. „Euch ist heute der Heiland geboren!“

Dann tauchten unbekannte Männer auf. Wer weiß, was die wollen? Ein paar von ihnen waren vielleicht auch etwas heruntergekommen. Einfache Hirten nämlich, ohne Anzug und statt nach Rasierwasser dufteten sie nach Schäfchen. Und noch andere Männer kamen, die gehörten schon eher zur gehobenen Schicht. Weise Männer. Männer, die üblicherweise mit anderen gebildeten Männern über wichtige Themen diskutierten und nicht am fremden Kinderbettchen Babysprache nachmachten. Aber sie wenden sich dem Baby in besonderer Haltung zu.

Sie knien vor ihm. Und staunen selbst wie ein Kind, denn vor ihnen liegt der neugeborene König der Juden. Das war für sie nicht überraschend, sie hatten entsprechende Zeichen am Himmel gesehen, diese richtig gedeutet und waren losmarschiert. Vorher noch schnell ein paar Geschenke eingepackt, und dann dem alten König in Jerusalem die Aufwartung machen und den neugeborenen Königssohn im Palast kennen lernen. So war's geplant. Aber Gott hatte für sie umgebucht. Die Karawane zieht weiter nach Bethlehem ins Hinterland. Immer dem Stern nach.
Dann endlich sind sie am Ziel ihrer Reise. Und sie beten an. Mehr geht nicht. Zwar haben sie auch Geschenke, weil man das ja so macht beim Besuch. Aber die Anbetung ist das, worauf es ankommt. Damals wie heute. Gottes Sohn, geschickt als Retter, der uns mit dem Vater versöhnt. Mehr geht nicht. Wie steht es um unsere Anbetung? Und das nicht nur zur Weihnachtszeit ...

Gesegnete Feiertage wünschen
Harald und Sabine Petersen

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Unsere Datenschutzerklärung
Ok