Diese zwei Monate April und Mai haben es in sich. Ostern – Himmelfahrt – und Pfingsten. Damit schließen wir das Halbjahr mit den großen Feiertagen ab und gehen bald in die Sommerpause. Gut, dass da von Gott her keine Flaute zu erwarten ist. Denn nach Jesu Abschied von der Erde (Himmelfahrt) begann mit der Ausgießung des Heiligen Geistes zu Pfingsten eine neue Ära in der Geschichte der Gemeinde Jesu. Der Heilige Geist ist die Präsenz Gottes unter uns. Auch heute.

Und Jesus selbst? Nachdem wir hier im Gemeindebrief zuletzt betrachtet haben, dass er „gelitten und hinab gestiegen“ ist, richtet sich unser Blick jetzt nach oben.

Auferstanden.

Das Grab ist leer. Die Osterberichte in der Bibel beschreiben eindrücklich wie sehr diese Botschaft die Köpfe und Herzen der Menschen damals aufgewühlt hat. Grade noch in Angst und Trauer versetzt, trifft sie diese Nachricht mehr oder weniger unvorbereitet. Und das, obwohl Jesus zuvor davon gesprochen hatte. In Bildern. Aber auch in klaren Worten.

Es ist aber ein Unterschied – wer von uns wüsste das nicht – eine besondere Information nur zu hören oder Entsprechendes zu erleben. Zweifel waren vorprogrammiert. Und so war es dann ja auch. Erst mal glaubten die Jünger die Osterbotschaft nicht, sondern versuchten zu erklären: „Man hat Jesu Leichnam geraubt, es war eine Verwechslung - nur der Gärtner, Frauen reden manchmal viel ...“.
Ungeachtet dessen war Jesus aber wieder da. Auferstanden von den Toten. Von seinem himmlischen Vater herausgerissen aus dem Reich des Todes. Als Sieger bestätigt. Erst nach und nach dämmerte es den Jüngern, dass das Licht des Lebens wieder hell strahlte.

Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden. Sind denn bei uns alle Zweifel beseitigt?

Auferstanden. Den Auftrag des Vaters erfüllt.Auferstanden. Den Tod besiegt.

Auferstanden. Aus der Gottesverlassenheit zurück.

Auferstanden. Die Hoffnung aller Glaubenden erfüllt.

Auferstanden. Unser Herr lebt.

„So kann ́s weitergehen“, dachten vermutlich die Jünger und alle, die Jesus lieb hatten.

Aber die nächste Enttäuschung stand unmittelbar bevor. Himmelfahrt. Wieder ein Meilenstein auf Jesu Weg. Wieder hat er es angekündigt. Und wieder mutet er seinen Leuten zu, sie zurückzulassen.

Aufgefahren.

Das ist viel mehr als „einfach nur weg“. Es ist die Antwort Gottes auf die Leiden Jesu Christi. Denn bereits im Alten Testament lesen wir: „Siehe, mein Knecht wird einsichtig handeln; er wird erhoben und erhöht werden und sehr hoch sein“ (Jesaja 52,13). Es geht um eine dreifache Verherrlichung unseres Herrn: Er ist auferstanden. Er ist nach 40 Tagen in den Himmel aufgefahren. Er setzte sich zur Rechten Gottes, des Vaters.

Wenn wir also von der Himmelfahrt sprechen, meinen wir nie einfach sein Weggehen von dieser Erde. Nein, die Himmelfahrt bedeutete eine Verherrlichung unseres Retters, die wir mit unserem Verstand kaum begreifen können.

In Hebräer 4,14 lesen wir, dass Christus nicht nur in den Himmel aufgefahren ist, sondern sogar „durch die Himmel gegangen ist“ (vgl. auch Hebräer 7,26). Und Epheser 4,10 beschreibt seine Himmelfahrt als „hinaufgestiegen über alle Himmel, damit er alles erfüllte“. Himmel ist die Atmosphäre der Gegenwart Gottes.

Aufgefahren.

Die Himmelfahrt unseres Herrn hat neben seiner Verherrlichung zwei weitere Bedeutungen. Zum einen ist sie die Voraussetzung für das Kommen des Heiligen Geistes. Jesus sagt seinen Jüngern: „Wenn ich nicht gehe, kommt der Beistand nicht zu euch“ (Johannes 16,7) und erklärt ihnen dann weiter, was es mit dem Heiligen Geist auf sich hat. Und warum wir bis heute Grund genug haben, Pfingsten wirklich zu feiern!Aufgefahren.
Zurückgekehrt in den Himmel ist er aber auch, damit er noch einmal zurückkommen kann auf die Erde. Das zweite Kommen Jesu, um seine Gemeinde zu sich zu holen, steht ja noch aus. Es ist der eigentliche Grund, warum wir heutzutage Advent feiern. Denn auf die erste Ankunft Jesu vor rund 2000 Jahren muss ja niemand mehr warten. Sie ist Vergangenheit. Wir warten darauf, dass unser Herr noch einmal kommt. Das ist unsere Zukunftsperspektive. In 1. Thessalonischer 4 und 2. Petrus 3 ist mehr dazu aufgeschrieben.

Auferstanden & Aufgefahren

Es sind zwei unverzichtbare Ereignisse im Leben Jesus Christi, die Geschichte geworden sind. Mögen beide auch mit unserer persönlichen Lebens- und Glaubensgeschichte untrennbar verbunden sein.

Herzliche Grüße und gesegnete Feiertage in diesen Monaten wünscht

Ihr/Euer Pastor Harald Petersen

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