„Kannst du mir sagen, was eine Schneeflocke wiegt“ , fragt die Meise im verschneiten Winterwald den Eichelhäher. „Nichts mehr als nichts“ , gab er zur Antwort.

 

„Dann muss ich dir eine wunderbare Geschichte erzählen“ , sagte die Meise. „ Ich saß auf dem Ast einer Lärche, als es heute Nachmittag zu schneien anfing. Kein Schneegestöber, sondern lautlos und scheinbar schwerelos fielen die Flocken, und fielen und fielen. Da ich nichts zu tun hatte, zählte ich die Schneeflocken, die auf meinen Ast fielen und hängen blieben. Genau Dreimillionensiebenhunderteinundvierzigtausendneunhundertzweiundfünfzig waren es. Als die Dreimillionensiebenhunderteinundvierzigtausendneunhundertdreiundfünfzigste Flocke niederfiel - nicht mehr als nichts – brach der Ast ab.“

Damit flog die Meise davon und ließ den verdutzten Eichelhäher zurück.

(Nach einer Erzählung von Urs Bangerter; mit freundlicher Genehmigung des Eschbach-Verlages)

 

„Vielleicht fehlt nur meine Stimme zum Frieden in unserer Familie“, so kommentiert der Autor seine Parabel. Seine „Stimme zum Frieden“ kann man natürlich auch am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft, Schule oder Gemeinde erheben. Und besonders beim Fest des Friedens, Weihnachten.

„Ist´s möglich, soviel an euch liegt, habt mit allen Menschen Frieden.“ Römer 12,18

 

Paulus, obwohl selbst nicht verheiratet, wollte sicherlich auch den damaligen Ehepaaren diese Friedensaufforderung ins Tagebuch schreiben und nicht ins Poesiealbum. „So viel an euch liegt, haltet Frieden“; jeden Tag. Bemühen wir uns also darum, denn der Partner ist nicht unser Gegner. Schauen wir nicht so sehr auf seine Fehler, denn „Fehler sind immer dick, wo die Liebe dünn ist“ (C.H. Spurgeon).

Wenn schon die Liebe abgenommen hat, so lasst uns einander wenigstens mit Achtung und Fairness begegnen, denn Liebe kann man nicht machen. Aber Voraussetzungen schaffen, dass Liebe wieder aufblühen kann, das können wir - und hätten damit schon sehr viel zum Frieden beigetragen. Denn wie sagt der Apostel: „So viel an euch liegt, ...“. Allein dafür sind wir verantwortlich!

Schneeflocken zu zählen ist nicht so wichtig. Besser, man kann auf unsere Stimme zum Frieden zählen.

So weit, so gut. Aber selbst wenn uns das friedliche Miteinander gelingt, fehlt bei diesem Thema der wichtigste Hinweis.

„Er ist unser Friede!“ Epheser 2,14

 

Jesus ist gemeint. Nicht irgendein Jesus, sondern der mit dem Beinamen Christus, Gottes Sohn, der Erlöser. Der, der Weihnachten vor rund 2000 Jahren als Baby in der Krippe lag, und vor dem trotzdem der mächtige König Herodes Angst hatte. ER ist unser Friede. Alternativlos! (vgl. Johannes 6,68f)

„Ehre sei Gott in der Höhe ...“

 

Das kennen wir aus dem Weihnachtsbericht des Lukas und singen „Alle Ehre, seinem Namen“ oder „Großer Gott, wir loben dich“; klar. Und was kriegen wir? Frieden!

„und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“ Lukas 2,14

 

Da die Waffen auf der Welt noch nicht schweigen, sondern eher aufgerüstet wird, muss es ein anderer Friede sein, denn an Hass und Streit, Rufmord und Mord, Überheblichkeit und Egoismus und sogar an kleinen Nickeligkeiten hat Gott keinen Gefallen!

„Der Friede Gottes, der höher ist als unsere menschliche Vernunft ...“ Philipper 4,7a

 

Wenn menschliche Vernunft friedlich daherkommt und sich in Wort und Tat einsetzt, gibt es bestenfalls den Friedensnobelpreis. Eine höhere Anerkennung gibt ́s auf Erden nicht. Nur der Friede, der vom Himmel kommt, ist höher. Und greift dann tief unten auf unserer Erde ein, bzw. tief in unseren Herzen und Sinnen.

„... bewahre eure Herzen und Sinne in Jesus Christus, unserem Herrn.“ Philipper 4,7b

 

Bewahre uns vor Angriffen des Bösen. Bewahre uns aber auch davor, selbst böse zu sein.

Bewahre uns vor Unzufriedenheit und mache uns dankbar.

Bewahre uns vor Zweifeln und Verzweiflung.

Bewahre uns vor falschen Wegen und „lenke Sinnen und Begier hin auf Dich und Deine Lehren, dass die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden“. (Aus dem Lied „Liebster Jesu, wir sind hier, dich und dein Wort anzubeten“ F&L 90).

Friede ist das Erlösungswort unseres Herrn. Und das nicht nur zur Weihnachtszeit!

 

Schalom!

 

Ihr / euer Pastor Harald Petersen

 

 

 

 

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