Wachstum? Da fällt mir noch etwas aus meiner Gartenarbeit ein:
Wenn Giersch predigt...

Giersch ist kein Gastpastor auf unserer Kanzel. Aber was dann? Manche schauen einen mitleidig und hoffnungslos an, wenn man ihnen erzählt, dass im Garten Giersch, wegen seines Aussehens auch Geißfuß genannt, wächst. „Viel Mühe“ prophezeien die Fachleute im Internet und dass nicht einmal die chemische Keule, also extremes Pflanzengift, gegen dieses Kraut hilft. Aber essen soll man ́s können.

Giersch

 

 

 

 


Also habe ich mich dran gemacht und gebuddelt, geschwitzt und gestöhnt. Dabei hat Gott mir durch das Unkraut Anschauungsunterricht gegeben. Ich habe photographiert, wie seine Predigthilfe, „mein“ Giersch, wächst und sich verbreitet:
•Giersch hat Wurzeln, die etwa 40 cm tief in den Boden gehen und die Pflanze ernähren.
•Giersch bildet, ebenfalls über Wurzelstränge, Seitentriebe, aus denen sich neue Pflanzen entwickeln, sogenannte Ableger.
•Zusätzlich blüht die Pflanze und bildet Samen, die dann auf dem üblichen Weg per Wind oder durch Tiere ins Umland verstreut werden. Doppelte Sicherheit also; kein Wunder, dass der Giersch nicht vereinzelt auftritt, sondern großflächig wie ein Bodendecker den Gärtner „erfreut“.


„Sie müssen die Wurzeln komplett rauskriegen und dem Giersch das Licht nehmen“. Immer wieder las und hörte ich diesen Rat. Und es stimmt. Die Wurzeln müssen ganz raus, denn aus abgerissenen oder durchstochenen Wurzelresten entwickelt sich wieder – na was wohl? Giersch!
Und auch der andere Rat hilft. Wenn man der Pflanze das Licht nimmt, schwächt man sie, denn dann kann sie sich nicht weiter entwickeln.

Was hat Gott mir auf pflanzlicher Basis geistlich vermittelt?
•Licht muss her! Wir brauchen Licht des Lebens durch Jesus Christus. Wenn Satan uns den Blick vernebelt oder wir uns von Gottes Kraftreserven zurückziehen, gehen wir ein. Dann wird das Leben schwer und unser Glaube verliert seine Ausstrahlung und Freude.
•Zurück zu den Wurzeln („Back to the roots“)! Wenn wir nicht tief und fest in Gottes Wort, der Bibel, verwurzelt sind, haben wir keine Basis, von der aus wir das Leben mit seinen Herausforderungen meistern können. Unsicherheit und falsche Entscheidungen werden die Folge sein.
•Ableger reichen nicht! Wenn wir nur zur Seite, d.h. in den eigenen Reihen bzw. Familien der Gemeinde oder durch Zuzug anderer Christen wachsen (Ablegerprinzip), ist das zwar schön, aber zu wenig.
•Streut Samen aus, denn neue Frucht soll wachsen! Doppelte Chance also, damit seine Gemeinde wächst. Wir sollen Frucht bringen, und zugleich geht das nur, wenn wir uns zum Licht strecken und tief im Herrn verwurzelt sind, damit er Frucht in uns wirken kann. Beides gehört zusammen.
Wurzeln in die Tiefe, Licht von oben, Seitentriebe und Samenkörner, die neue Frucht bringen. Es gibt viel zu tun – packen wir ́s an. Mit Gottes Segen und zu seiner Ehre! Mehr zum Thema „Frucht“ gibt es dann im nächsten Gemeindebrief.
Harald Petersen

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