So viele Pastoren auf einmal, das ist ja nicht auszuhalten

Ein flotter Spruch am Rande der diesjährigen Theologischen Woche in Ewersbach.

Doch, es ist auszuhalten. Aber es ist schon etwas Besonderes. Der Gesang hat ́s in sich. Überall wird diskutiert. Oder man sieht die Geistlichen mit ihrem Handy auf der Suche nach wenigstens ein bisschen Netzverbindung rumlaufen. Oder man sieht sie im Gebet, um die andere Verbindung „nach oben“ zu nutzen.

Und immer wieder hört man die Frage „wie war noch mal dein Name – und wo bist du jetzt“? Es gab Zeiten, da kannte man (Mann, heute auch Frau) sich in der Pastorenschaft, denn sie war überschaubarer. Ich empfinde es als kleinen Nachteil unseres wachsenden Bundes.

Im Frühjahr wird seit gefühlten Ewigkeiten mit den Dienstjubilaren gefeiert – vor allem aber „richtig“ theologisch gearbeitet. Professoren und Doktoren zeigen, dass Sie ihre Titel zu Recht erworben haben und hängen schon mal den einen oder anderen Bruder oder auch ́´ne Schwester ab.

„Mission heute – Begründung und Gestaltung“, so lautete im April unser Thema in den einladenden Räumen des Kronbergforums. „Mission in einer globalisierten Welt“; „Mission und Trinität“; „Beauftragt mit dem Dienst der Versöhnung“; „Lausanner Bewegung im Spannungsfeld ....“ um nur einige konkrete Beiträge zu nennen.


Wenn das also „richtige“ Theologie ist, was machen die Pastoren dann jedes Jahr im Herbst auf Langeoog? Gewiss nichts Falsches, denn im Herbst geht es mehr darum, die Hirten selbst zu weiden.

Seelsorgerliche Themen und Ausrichtung locken uns dann auf die von Touristen bereits leergefegte Insel. Dort genießen wir eine andere Art der Vorträge und Gemeinschaft. Der Strand lockt und der Wind fegt manche Gedanken weg und andere herbei.

Beide Tagungen sind wertvoll. Sowohl vom Inhalt, als auch von der Gemeinschaft. Lehre und Seelsorge gehören eben zusammen, um „richtig“ zu theologisieren. Und manchmal auch die andere Leere für gestresste Gemeindehirten, denen es gut tut, mal ohne Termine und nicht nur für andere da zu sein.

Übrigens – die theologische Woche dauert nur 3,5 Tage, dann wird wieder weiter gearbeitet. Und so ist´s ok.

Harald Petersen

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