In der Theologie ist das eine gängige Formulierung. Sie beschreibt, dass etwas begonnen hat, aber noch nicht vollendet ist. Christen sind erlöst, schon hier, aber erst im Himmel wird das vollkommen sein. Sie sind nicht mehr „von der Welt“, aber doch noch mitten drin. Sie sind befreit von Schuld und Sünde, aber noch nicht frei davon. Sie haben schon hier ein Anrecht auf eine „Wohnung“ bei Gott, aber sie sind noch nicht in Gottes neuer Welt. Sie erleben schon hier Gemeinschaft mit Gott durch den Heiligen Geist, aber noch nicht von Angesicht zu Angesicht.

Auch mit der Auferstehung ist das so. Gotteskinder haben Teil an der Auferstehung Jesu Christi, die vor rund 2000 Jahren erfolgt ist. Vollkommen wird das für uns aber erst bei der Auferstehung aller Glaubenden aus allen Zeiten und Nationen, die dann in Ewigkeit bei Gott sein werden.

Schon hier – noch nicht.
Wir feiern mal wieder Ostern, das Fest der Auferstehung unseres Herrn. Die Bedeutung von Karfreitag und Ostern für die ganze Menschheit unterstreicht Paulus in 2. Kor 5,19:
„Gott versöhnte in Christus die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht an und hat unter uns das Wort von der Versöhnung aufgerichtet“.


Schon hier – noch nicht. Die Welt ist bereits durch Jesus Christus mit Gott versöhnt. Und doch muss es jeder einzelne Mensch im Glauben für sich annehmen. Sonst ist das nicht sein Ding, und er oder sie wird auf das Gericht Gottes zugehen. Aber das „Wort vom Kreuz ist eine Torheit (Dummheit) für die, die verloren gehen“ (1. Kor 1,18). Ja, es will nicht jeder hören. Damals nicht und heute nicht. Ein Gott, der sich von Menschen ans Kreuz schlagen lässt und stirbt? „Das ist doch dumm, undenkbar “, sagt mancher. Nein, ist es nicht. Es ist nur völlig anders als wir denken möchten.

Und auch der biblische Auferstehungsbericht findet keinen reißenden Absatz. Wiederum:
nicht denkbar, jenseits unserer Vorstellung (vgl. 1.Kor. 15, 12 ff ). Aber genau darum geht es. Um eine Art Vorstellung. Nämlich darum, dass sich Gottes Sohn vor uns stellt, um uns vor der verdienten Strafe für gottloses, boshaftes Leben zu schützen. Das meint Versöhnung. Er für uns. „Denn Gott hat den, der ohne Sünde war, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit werden, die vor Gott gilt“ (2. Kor. 5,21).

Auferstehung - erleben und weitersagen.
Ich hoffe sehr, dass wir auch in diesem Jahr als Gemeinde unterwegs sind, um anderen Menschen die Gute Nachricht weiter zu sagen. Das können wir gemeinsam, z.B. durch gezielte Aktionen. Und jeder Einzelne kann es in persönlichen Begegnungen. Möglichkeiten gibt es genug. Die müssen wir nicht lange suchen.

Vielleicht müssen wir bei uns selbst etwas Anderes suchen. Ich meine die Betroffenheit darüber, dass Menschen ohne Christus verloren sind. Freunde und Fremde. Diese Spitze des Evangeliums, auch wenn sie uns weh tut, können und dürfen wir nicht abbrechen.
Darüber schreibt der Apostel den Korinthern auch:
„So sind wir nun Botschafter an Christi Statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi Statt: lasst euch versöhnen mit Gott“ (2. Kor. 5,20).

Ermahnen und bitten? Ermahnen oder bitten? Es kommt wohl auf die jeweilige Situation und Person an. Auf jeden Fall: weitersagen, dass Jesus lebt. Und dass er jedem in Frohnhausen und darüber hinaus neues Leben durch die Versöhnung mit Gott schenken will. Dadurch wird jedes „noch nicht“ (siehe Anfang) zu einer festen, zuverlässigen Größe. Niemand muss darüber in Ungewissheit bleiben, sondern kann und soll Heilsgewissheit haben. Denn der Kreis wird sich einmal schließen: Auferstehung – schon jetzt – und in Ewigkeit.

In diesem Sinne frohe, gesegnete Ostern!

Ihr/euer
Harald Petersen

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