Zugegeben, ein klassischer Text zu Karfreitag und Ostern ist das nicht. Der Vers stammt aus dem Gleichnis vom verlorenen  Sohn, Luk. 15. Das kennt man ja, oder? Lest  ihr trotzdem weiter?


Das, was Jesus seinen Zuhörern mit dem  „Verlorensein und Gefundenwerden“ sagen  will, ist nämlich so wichtig, dass er gleich 3  Beispiele benutzt: er spricht vom verlorenen Schaf, vom verlorenen Groschen und  vom verlorenen Sohn (alle drei Gleichnisse  sind uns in Luk. 15 überliefert). Verloren –  wiedergefunden – gefreut, so könnte man  kurz und knapp twittern.


Es ist allen Einsatz wert. Man sucht, was  wichtig ist, sagt Jesus. Der eine sein Schaf,  die andere ihr Geldstück. Und im letzten  Gleichnis suchen irgendwie alle. Der Vater  den Sohn, auch wenn er seinem Jüngsten nicht hinterherläuft. Dieser „verlorene“  Sohn sucht zunächst in der Welt sein Glück  und hat Pech. Er macht Mist und landet bei  den Schweinen im Mist. Später, als reumütiger Heimkehrer, sucht er wenigstens ein  Dach überm Kopf und nur noch ´nen Job  als Tagelöhner. Sein Bruder, also der älte-re, „daheimgebliebene“ Sohn, sucht, wie er für  sich am besten aus der unerfreulichen Nummer raus kommt.


Alle Welt sucht. Alle Menschen suchen. Letztlich suchen alle Menschen ihren Ursprung. In den ersten beiden Gleichnissen liefert Jesus  die geistliche Deutung mit und kommentiert:  im Himmel ist Freude über einen Sünder, der  umkehrt. Das dritte Gleichnis vom verlorenen  Sohn ist so nah dran an Gottes Geschichte mit  den Menschen, die ihm weglaufen, dass Jesus  kein Wort mehr darüber verlieren muss, wie er  das wohl meint. Es ist alles klar.


Ist alles klar?
Im Gleichnis vom verlorenen Schaf gebraucht  Jesus das Bild, das er für sich selbst in Anspruch nimmt. Er sagt von sich, ausführlich in  Joh 10. nachzulesen, der gute Hirte zu sein.  Gott schickt seinen Sohn aus, uns zu suchen.  Lassen wir uns finden? Oder spielen wir Verstecken, weil wir noch nicht so weit sind wie  der verlorene Sohn, der, als er ganz unten war,  erkannte, dass er zurück muss zu seinem Vater? Er ging und wurde liebevoll willkommen  geheißen.


„Und sie fingen an, fröhlich zu sein“, steht im  Evangelium. Mit „Lebens-Freude“ haben wir  diesen Gemeindebrief  überschrieben. Denn  im Zusammenwirken von Jesu Kreuzigung  und Auferstehung wird für uns, wie vor dem  Grab Jesu, die Blockade weggeräumt. Gottes  Einladung, hinauszutreten ins Leben und sich  zu freuen.
Mit welchen Gefühlen Jesus wohl aus dem  Grab kam? Dazu steht nichts in der Bibel,  wir denken eher selten darüber nach. Sollten wir aber mal tun, denn so wie Angst und  Schmerz das Leiden und Sterben des Gottessohns überschatteten, so wird große Freude  die Emotion unseres Herrn gewesen sein, als  er - von Gott auferweckt – am Ostermorgen  aus dem Schatten des Grabes ins Licht trat.
Für Jesus hiess das:

  • Leid und Schmerzen sind vorbei!
  • Ich habe meinen Auftrag erfüllt!
  • Die Tage in der Gottverlassenheit sind vorüber!
  • Der Vater hat mich wie versprochen auferweckt!
  • Die Menschen können zurückfinden zu  Gott.
  • Ich auch, denn nun steht meine Himmelfahrt kurz bevor.

Eine gute Nachricht nach der anderen. Könnt  ihr euch das anders vorstellen als dass er´s  „mit großer Freude“ erlebte? Ich nicht. Auch uns erreicht(e) diese Gute Nachricht,  d.h. das Evangelium. Jesus hat alles zu unserem Heil Erforderliche getan. Glauben müssen wir´s allerdings noch. Nicht mehr, aber  auch nicht weniger! Dann ist Lebens-Freude  unsere ganz persönliche Lebens-Erfahrung.
Und so wie Jesus zu Ostern das Grab verlassen hat, werden alle, die an ihn glauben,  dem Tod den Rücken kehren und als Gotteskinder leben (Joh. 3,16; 1. Kor. 15). Durch Jesus  Christus schon hier und heute. Und mit Jesus  einmal bei Gott. Heimgekehrt zum Vater. Im  Himmel wird gefeiert, und wir haben auch  allen Grund, fröhlich zu sein!
Harald Petersen

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