Jesus ein Verrückter?

Diese Ansicht vertraten zumindest etliche Juden. Und sie stritten darüber, denn es gab ja auch diejenigen, die Jesus glaubten, oder ihn zumindest nicht als „wahnsinnig“ bzw. „von Sinnen“ darstellten. Ganz schön hart, nicht wahr?

Mit welchen Worten ist diese Situation aus Johannes 10,20 in eurer Bibel übersetzt? Schaut doch mal nach ...

Wie wir es auch drehen und wenden. Viele Juden hielten Jesus für verrückt. So kam es dann ja auch mal wieder zum Vorwurf der Gotteslästerung: „denn du bist ein Mensch und machst dich selbst zu Gott“ (Joh. 10, 33). Zwischen dem Eindruck, Jesus sei verrückt bzw. von Sinnen und der angeblichen Gotteslästerung sagte unser Herr ja auch den Spitzensatz „Ich und der Vater sind eins“ (V.30). Eine größere Provokation gab es für die Juden nicht.

„Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.“ Römer 15,7

Achtung. Riesenstreit in Rom. Es geht um die Frage, wer Recht hat. Darum geht es ja fast immer. Rom, ein Schmelztiegel der Kulturen, der religiösen Kulte, der Gerüche und Märkte. Und mittendrin die junge Gemeinde, ebenfalls ein solcher Schmelztiegel. Es überrascht nicht, dass das zu Streit führte.
Diejenigen, die aus jüdischen Familien kamen, hatten jüdisch geprägte Vorstellungen davon, was man wann essen und trinken dürfe, und wann welche Feiertage einzuhalten seien. Andere, aus sogenanntem heidnischen Hintergrund, hatten andere Vorstellungen darüber.

Je lauter die Welt wird, desto mehr sehnen sich Menschen nach Stille.
Je hektischer die Welt wird, desto mehr sehnen sich Menschen nach Ruhe.
Je feindlicher die Welt wird, desto mehr sehnen sich Menschen nach Frieden.

Wir selbst gestalten unser Leben stressig. Wer schneller lebt, ist eher fertig, so sagt mancher und hat sich dann vielleicht wirklich ausgepowert und zu Tode gehetzt. Gleichzeitig steckt eine neue Sehnsucht nach Verlangsamung, man nennt es „Entschleunigung“, im Menschen und nach Tiefgang des Lebens im Unterschied zu viel Oberflächlichem, was man heutzutage meint mitnehmen zu müssen – vielleicht nur weil das alle tun?

„Was hat das mit Weihnachten zu tun?“

„Wieso, muss es das denn?“

„Na in diesem Gemeindebrief …“

„Aber der ist doch auch zum Jahreswechsel ins neue Jahr gültig!“

„Stimmt auch wieder“

„Eben, und Gottes Liebe ist ja nicht auf Weihnachten begrenzt. Er hat auch 2015
viel für uns bereit, da bin ich sicher“.

„Ich ja auch. Die Frage ist, ob wir auch für unsere Mitmenschen viel haben, also weitergeben. Im Sinne von >Wie
Gott mir, so ich dir<“.

Wie wird ein Auto alltagstauglich?
Man muss es starten, ab und zu reparieren, zum TÜV und los. Ok, tan ken wäre wohl auch noch sinnvoll. Wie wird ein Handwerker alltagstauglich? Er muss das Know-how seines Fachs beherrschen und passendes Werkzeug haben. Wie wird ein neugeborenes Baby alltagstauglich? Es IST alltagstauglich, aber es ist nicht allein lebensfähig! Wie wird unser Glaube alltagstauglich? Er IST alltagstauglich, aber auch er braucht Lebenshilfe, um nicht einzugehen.

Unser Glaube wird alltagstauglich durch ein Sonntagsgesicht. Nein, nicht durch unsere Sonntagsruhe oder unsere Sonntagsgesichter. Das Sonntagsgesicht des christlichen Glaubens trägt den Namen Jesus Christus, denn unser Sonntag soll an seine Auferstehung zu Ostern erinnern. Ohne dieses weltverändernde Ereignis damals wäre unser Glaube heute nie und nimmer alltagstauglich, sondern letztlich eine hoffnungslose Frömmigkeit.

95 Thesen, durchweg steile Behauptungen, hat Martin Luther 1517 veröffentlicht. Aus einer innerkirchlichen Revolution wurde eine weltweite Reformation, eine Erneuerung, die nicht an der Oberfläche blieb, sondern an den Grundfesten damaliger Glaubensüberzeugungen rüttelte. Und die nicht nur in der Kirche, sondern auch in Staat und Gesellschaft vieles reformierte.

Hier eine kleine Zusammenfassung der damaligen Ereignisse: (Quelle: http://www.prüfung-ratgeber.de)
„Der Beginn der Reformation, die eine Erneuerungsbewegung der Kirche war, wird auf 1517 geschätzt. Martin Luther arbeitete damals als Theologie Professor an der Universität Wittenberg. Er beschäftigte sich intensiv mit der Bibel und wurde immer unzufriedener mit den Regeln und Bräuchen der katholischen Kirche.

In der Theologie ist das eine gängige Formulierung. Sie beschreibt, dass etwas begonnen hat, aber noch nicht vollendet ist. Christen sind erlöst, schon hier, aber erst im Himmel wird das vollkommen sein. Sie sind nicht mehr „von der Welt“, aber doch noch mitten drin. Sie sind befreit von Schuld und Sünde, aber noch nicht frei davon. Sie haben schon hier ein Anrecht auf eine „Wohnung“ bei Gott, aber sie sind noch nicht in Gottes neuer Welt. Sie erleben schon hier Gemeinschaft mit Gott durch den Heiligen Geist, aber noch nicht von Angesicht zu Angesicht.

Auch mit der Auferstehung ist das so. Gotteskinder haben Teil an der Auferstehung Jesu Christi, die vor rund 2000 Jahren erfolgt ist. Vollkommen wird das für uns aber erst bei der Auferstehung aller Glaubenden aus allen Zeiten und Nationen, die dann in Ewigkeit bei Gott sein werden.

Schon hier – noch nicht.
Wir feiern mal wieder Ostern, das Fest der Auferstehung unseres Herrn. Die Bedeutung von Karfreitag und Ostern für die ganze Menschheit unterstreicht Paulus in 2. Kor 5,19:
„Gott versöhnte in Christus die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht an und hat unter uns das Wort von der Versöhnung aufgerichtet“.

Seit Jahresbeginn haben wir uns im Gemeindebrief mit Geistlichem Wachstum beschäftigt. Es ging um Wurzeln und um Frucht, um klein oder groß sein und um Wachstumsschmerzen. Stellt sich nicht fast automatisch die Frage, was wir davon haben, ob es einen entsprechenden Lohn gibt, einen garantierten Mindestlohn für Fleiß und Treue sozusagen?

Kein Leistungsevangelium
Merken wir uns bitte eines: Nicht unsere Frucht entscheidet, sondern unsere Entscheidung fruchtet! Das ist ein großer Unterschied. Wer sich nicht für ein Leben mit Jesus Christus entschieden hat, kann sich abmühen, um Frucht zu bringen. Er wird aber immer nur Bruchstückhaftes und Vergängliches hinbekommen. Selbstgemachtes, sozusagen. In Einmachgläsern kommt das gut an, im Himmel gar nicht.

Was das bedeutet?
• Es ist der Titel eines neuen missionarischen Impulses vom Bund Freier
evangelischer Gemeinden für 2015.
• Das Thema beschäftigte uns auch auf der Pastorenkonferenz im Herbst auf
Langeoog. Ich habe hier im Gemeindebrief kurz davon berichtet, wisst ihr noch? Das Foto mit dem Krabbenkutter und den Möven.
• Es war dann auch der Arbeitstitel unserer letzten Ältestenklausur.

Denn hinter 3.16 steht ein Bibelwort, das wohl jeder kennt: Johannes 3, Vers 16 (Hoffnung für alle):
„Denn Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab. Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben“.

Liebe Mitglieder und Freunde der Gemeinde, ist uns noch bewusst, was da drin steckt? Und dass es unser Auftrag ist, diese gute Nachricht weiter zu geben, zu sagen, zu lieben, zu singen …

So viele Pastoren auf einmal, das ist ja nicht auszuhalten

Ein flotter Spruch am Rande der diesjährigen Theologischen Woche in Ewersbach.

Doch, es ist auszuhalten. Aber es ist schon etwas Besonderes. Der Gesang hat ́s in sich. Überall wird diskutiert. Oder man sieht die Geistlichen mit ihrem Handy auf der Suche nach wenigstens ein bisschen Netzverbindung rumlaufen. Oder man sieht sie im Gebet, um die andere Verbindung „nach oben“ zu nutzen.

Und immer wieder hört man die Frage „wie war noch mal dein Name – und wo bist du jetzt“? Es gab Zeiten, da kannte man (Mann, heute auch Frau) sich in der Pastorenschaft, denn sie war überschaubarer. Ich empfinde es als kleinen Nachteil unseres wachsenden Bundes.

Im Frühjahr wird seit gefühlten Ewigkeiten mit den Dienstjubilaren gefeiert – vor allem aber „richtig“ theologisch gearbeitet. Professoren und Doktoren zeigen, dass Sie ihre Titel zu Recht erworben haben und hängen schon mal den einen oder anderen Bruder oder auch ́´ne Schwester ab.

„Mission heute – Begründung und Gestaltung“, so lautete im April unser Thema in den einladenden Räumen des Kronbergforums. „Mission in einer globalisierten Welt“; „Mission und Trinität“; „Beauftragt mit dem Dienst der Versöhnung“; „Lausanner Bewegung im Spannungsfeld ....“ um nur einige konkrete Beiträge zu nennen.

„Wenn Älteste noch nicht so alt sind, nennt man sie Gemeindeleitung“.
So, wie ein kleiner Junge es tat, kann man´s auch versuchen zu erklären. Aber naheliegender ist, nach außen eher von Gemeindeleitung zu reden, weil viele Menschen das mit dem Ältesten sonst nicht verstehen, erst recht wenn der Älteste vielleicht noch ein junger Mann ist. Oder eine Frau, was unserer Satzung bzw. Wahlordnung ja auch entsprechen würde.
Die neue Satzung und Wahlordnung sollte inzwischen jedes Gemeindemitglied haben und sich, zumindest die Präambel, durchlesen, bevor Mann oder Frau sich personelle Gedanken macht. Die Wahl der Gemeindeleitung ist eine geistliche Herausforderung, deren Ablauf in den weiteren Punkten der Wahlordnung beschrieben wird.

Neid auf volle Stadien?
Früher habe ich öfter davon geträumt, dass wir in Deutschland bei christlichen Veranstaltungen auch große Stadien füllen. Und zwar nicht nur alle paar Jahre mal beim Gemeindetag o.ä. (und selbst dann sind sie meist nicht voll), sondern Woche für Woche. Wie in der Bundesliga-Saison. Dort ist nicht nur ein Stadion gut besucht, sondern 40000 hier, 70000 dort ...

Heute frage ich nach dem Unterschied zwischen der Fussballbegeisterung und dem Wirken des Heiligen Geistes, über den es natürlich viel mehr zu sagen gibt; die sogenannte Pneumatologie (Lehre vom Heiligen Geist) füllt dicke Bücher. Ich riskiere hier mal einige, unvollständige Gedanken zu Unterschieden und höre gern, was unseren Gemeindebrieflesern dazu einfällt.
• Beim Fussball regiert vielfach das Geld. Zu Pfingsten – und nicht nur da – regiert Gottes Geist.
• Beim Fussball wird von Menschen gemachte Stimmung erlebt. Pfingsten wird deutlich: ER lebt!

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