Wir waren drei Wochen unterwegs auf einem Fernwanderweg im Schwarzwald. In der Nähe von Hausach im Kinzigtal stießen wir im Wald auf eine hölzerne Tafel mit folgendem Goethe-Zitat: „Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen.“ Zur Zeit Goethes gab es nebst dem Gehen noch nicht so viele Alternativen des Unterwegsseins wie heute, knapp dürfte er noch die ersten Eisenbahnen erlebt haben, dann natürlich das Pferd oder die Kutsche für die Privilegierteren. Dennoch sinniert Goethe bereits über die Unterschiede des Unterwegsseins, beachtlich...

Ich erinnere mich noch gut: Auf unserem weiteren Weg inspirieren uns diese Worte zu einem angeregten Austausch. Wir alle sind unterwegs, oftmals rastlos, unruhig und getrieben. Manche jetten um die halbe Welt, die Eindrücke huschen nur so an einem vorbei. Doch du kommst nicht wirklich an, schon gar nicht bei dir selber. Zu Fuß hingegen nimmst du das Tempo raus, es geht gar nicht anders. Wandern ist die Verlangsamung des Lebens. Deine Schrittgeschwindigkeit und die Aufnahmekapazität deiner Sinne sind aufeinander abgestimmt, der Schöpfer hat sich dabei etwas gedacht: Wir haben Füße, keine Rollen oder Räder. Daher ist das Unterwegssein zu Fuß so entstressend. Deine Seele kommt wieder in Balance, es entsteht Raum für Inspiration, Raum für Begegnung, Raum, welcher notwendig ist, für das Entstehen und das Wachsen von Beziehungen, auch für die Beziehung zu deinem Schöpfer.

 

Für unseren neuen Wegabschnitt mit euch in Frohnhausen gehören deshalb Rothaarsteig und die lokalen Wanderwege mit zu unseren nächsten Freizeitzielen. Wir wollen ankommen, wirklich hier sein, Teil einer Gemeinschaft. Gemeinsam mit euch wollen wir weiterbauen am Reich Gottes in unserem Dorf.

 

Frank Kepper

 

 

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